Geschichte

Die Geschichte des Königswirtes beginnt zwischen den Jahren 1714 und 1718 mit dem Bau des Wirtshauses. Seit der Übernahme des Anwesens durch Michael König und seine Frau Maria Anna am 6. Dezember 1815 nennen die Akten das Gasthaus „Beim Königswirt“. Aus Dokumenten im Stadtarchiv Marktoberdorf lässt sich erschließen, dass die Königs mit dem Wirtshaus zu erfolgreichen Unternehmern aufsteigen – sie brauen Bier, führen einen Gaststätten- und Beherbergungsbetrieb, üben das Bäckereigewerbe aus und betreiben eine Landwirtschaft. Im Jahr 1841 nehmen sie den Marxerwirt in Besitz. Die Erben verkaufen nach dem Tod der Eltern sämtliche Immobilien und Liegenschaften. Eine grundlegende Erweiterung und Modernisierung durch die Aufstockung des Haupthauses mit einem weiteren Obergeschoss im Jahr 1863 verdankt der Gasthof Clemens Mair, der das Ensemble im Jahr 1857 erwirbt. Damit erhält das Wirtshaus im Kerngebäude die heutige Form und Dachneigung. Im gleichen Jahr übergibt Mair den Marxerwirt an Tochter und Schwiegersohn, die beiden Wirtshäuser sind nun wieder in getrennten Händen. Der Letzte, der das Handwerk des Bierbrauens im Brauhaus an der Südseite des Wirtshauses ausübt, ist Peter Lutz. Während zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung ihre Auswirkungen auch auf die Bierbrauer ausstrahlt und viele Brauereien zu Bierfabriken umwandelt, hält sich in Bertoldshofen das handwerkliche Bierbrauen eisern bis zur Wende ins 20. Jahrhundert. Dann erwirbt Georg Burger im Jahr 1904 den Gasthof. Er bricht das Brauhaus ab und bezieht das Bier fortan von der Rosenbrauerei Kaufbeuren. Burger ist nicht nur Wirt, sondern auch Metzger und nutzt das kleine der Wirtschaft angegliederte Schlachthaus.


Im Mai 1928 ist der Königswirt Zeuge bei der Gründung des Turn- und Sportvereins Bertoldshofen, für den in der Folge die Gaststube zum unverzichtbaren Treffpunkt wird. Im Jahr 1937 erwirbt die Rosenbrauerei das Objekt, und damit beginnt für den Königswirt die Zeit der Pächter. Ein Brand im November 1958 vernichtet die Westseite des Anwesens, den Stadel und Teile des Wirtschaftsbetriebes. Der Wiederaufbau mit der Aufführung eines neuen Saales erfolgt nach Plänen, wie wir das Gasthaus bis zum Jahr 2015 kennen. Während der 1950er Jahre wird der Königswirt zur Rock-and-Roll-Legende für ein bemerkenswertes Einzugsgebiet. Nach zahlreichen Pächterwechseln ab dem Jahr 2002 schließt die Gaststätte im Frühjahr 2014 endgültig; sie befindet sich baulich mittlerweile in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die Aufregung im Dorf ist groß, und die bei einer Bürgerversammlung gebildete Projektgruppe „Königswirt AKTIV“ bemüht sich fieberhaft um eine Lösung des Problems, bis Lisa und Manfred Rietzler die Immobilie zur Sanierung erwerben. Die Erhaltungsmaßnahme ist von historischem Wert, denn die dörfliche Bedeutung der Wirtshäuser in Schwaben ist von alters her komplex. Als herausragendes Gebäude ist der Königswirt einerseits Teil der traditionellen Trias von Kirche, Schule und Wirtshaus, die im Kontext der Ortsgestaltung jeden Allgäuer Dorfmittelpunkt verkörpert. Andererseits besitzt das Wirtshaus ein soziales und politisches Format als Versammlungsstätte für die Dorfgemeinschaft. Die Sanierung des Königswirtes trägt somit historischen und gesellschaftlichen Komponenten und Bedürfnissen gleichermaßen Rechnung.

Kontakt & Reservierungen

 

Adresse

Landgasthof Königswirt
Daniel und Jasmin Endras

Schongauer Str. 13
87616 Marktoberdorf / Bertoldshofen

Telefon08342 7051102
E-Mail: info@koenigswirt.de

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